Wie ist das Borther Open-Air entstanden???

Wir, die Jungschützen St. Evermarus Borth, wittmen uns der ehrenamtlichen Jugendarbeit. Ehrenamtliche Jugendarbeit bedeutet soviel wie, daß junge Leutchen ehrenamtlich was für die Jugend tun. Soweit so gut, die Arbeit wird also nicht bezahlt, was auch völlig in Ordnung ist, da es sich dabei um ein Hobby handelt... Man wächst mehr oder wenig in diese Arbeit hinein. Allerdings ist mit Arbeit allein noch nichts erreicht, denn es bedarf einer Menge finanzieller Mittel, um gute Jugendarbeit zu gewährleisten. Wenn man allein sieht, was pro Jahr an Material verbraucht wird oder durch normalen Verschleiß den Geist aufgibt, wird schnell klar, daß eine ganz schöne Stange Geld benötigt wird. Und außerdem ist da ja noch unser jährliches Zeltlager, was allein mit den recht geringen Teilnahmegebühren gar nicht finanziert werden könnte. Also ist schon klar, daß Jugendarbeit auch durch finanzielle Mittel unterstützt werden muß...

Es war im Frühjahre 1999, als der Jugendvorstand auf dem Stand eine Versammlung abhielt und das Thema auf die Finanzen der Jugendabteilung gelenkt wurde. Es wurde krampfhaft überlegt, wie man denn Jahr für Jahr an Geld kommen könnte. Bis dato hatten wir die Jugendarbeit nur über unsere Aktionen auf dem jährlichen Kinderschützenfest finanziert, aber was wäre, wenn der Tag mal ins Wasser fällt... Die ausgebliebenen Gelder würden Folge-Aktionen wie z.B. das Zeltlager oder die Schüler-Weihnachtsfeier für das Jahr unmöglich machen. Es mußte also ein 2. Standbein für die Jugendarbeit her... "Aber wie zieht man den Leuten das Geld aus der Tasche???"

Wie der Zufall es so wollte, hatte die Jugendabteilung zu dieser Zeit ein Mitglied namens Stefan G., der ein Gewerbe auf eine "Disco-on-Tour" hatte. Und eben dieser Stefan fragte irgendwann mal den Kassierer der Jungschützen, ob man nicht evtl. mal versuchen sollte, eine solche Veranstaltung "Hand in Hand" zu organisieren. Und genau diese Idee trug der Kassierer auf der Versammlung vor...

Man entschied sich, die Sache mal zu überdenken und mal zu planen, wie so etwas möglich wäre. Es wurde viel gerechnet und überlegt... Irgendwo bei einem Bauern um eine Wiese fragen - Toilettenwagen mieten - Tanzboden mieten - Stromgenerator für die Anlage und die Beleuchtung...
Den ersten Planungen zufolge war schnell klar: Niemals finanzierbar... zumindestens nicht ohne Kredit oder Banküberfall

Aber wir informierten uns weiter und weiter - holten Erkundigungen über gesetzliche Bestimmungen ein, informierten uns über nötige Genehmigungen usw. Und eines Tages war unser damaliger Jungschützenmeister André mal beim Jugendamt. Und genau dort war es, wo man ihn darauf aufmerksam machte, daß es unter Umständen möglich wäre, diesen Plan auf dem Schulhof der Borther Hauptschule in die Tat umzusetzen... Allerdings war es schon viel zu spät im Jahr, um im Jahre 1999 noch was durchzuführen... Aber aufgeschoben war nicht aufgehoben...

Wir planten mit den evtl. Gegebenheiten des Schulhofes neu und Ausgaben wie Tanzboden, Generatoren und Toilettenwagen verschwanden aus der Kalkulation... Das Ganze klang schon wesentlich realisierbarer...

Wir reichten Anträge bei der Stadt ein, holten Angebote bezüglich Getränken und Bierständen ein, erkundigten uns über die Preise von P.A. und Lichtanlagen. Verhandelten mit Security-Unternehmen für die Sicherheit auf dem Veranstaltungsgelände. Hielten Rücksprache mit der Schulleitung der Hauptschule, machten Besuche beim Jugendamt, beim Ordnungsamt und beim Schulamt, bestellten kartonweise Mehrweg-Becher, schlossen Versicherungen ab, fragten bei der GEMA nach, organisierten die nötige Werbung, und und und...

Nach über einem halben Jahr und einem Kostenaufwand von XXX DM (den genauen Betrag wüsstet Ihr wohl gerne, was???), war der Tag des ersten Borther Open-Air´s endlich gekommen. Morgens gegen 08:00 Uhr trafen sich die Jungschützen auf dem Borther Schulhof, um alles zu organisieren und aufzubauen.

Zuerst mussten die Bierpavillons aufgebaut werden...

eine Menge Arbeit, wie man sehen kann...

Allerdings bekamen wir die erste unangenehme Überraschung serviert, als es Mittags wie aus Kübeln zu regnen begann... Dem Kassierer wurde schlecht und auch der Rest der Gruppe, welche immerhin ein halbes Jahr Arbeit in das Projekt gesteckt hatte, wurde es mächtig mulmig in der Magengegend. Aber Petrus hatte ein einsehen und wohl auch ein Herz für die Jugendarbeit und gegen 17:30 wurde der Himmel heller und das Wetter schon wesentlich Open-Air-Tauglicher...

Der nächste Rückschlag traf die Jungschützen dann, als die Anlage geliefert wurde. Bestellt hatten wir doch eine satte Vier-Punkt-Beschallung und an die 15 Meter Lichttraverse für die Tanzfläche... Als dann ein PKW mit Anhänger(-chen) anfuhr und beim besten Willen kein zweites Fahrzeug in Sicht war, wurde uns langsam bewußt, daß man sich in der heutigen Zeit nicht mehr auf mündliche Absprachen verlassen kann!!! Als dann der Anhänger geöffnet wurde und ein überdimensionaler Kassettenrekorder zum Vorschein kam, waren die meisten schon wieder der Verzweiflung nahe.

Zugegeben, etwas größer als eine übliche Heimanlage war das Gerät schon... entsprach aber irgendwie nicht dem bestellten Krach-Macher.

Aber die übelste Überraschung erwartete uns dann, als es 20:00 Uhr schlug und der Einlass beginnen sollte. Wir waren soweit, alles war fertig aufgebaut, alle unsere "Mitarbeiter" waren in Position nur wo waren die Leute die wir hätten einlassen können???
Was soll man sagen? Es waren am Abend knapp unter 50 Personen anwesend und die ganze Aktion wurde zu einem absoluten Reinfall...

Wir zahlten in dem Jahr deftig drauf und somit zahlten wir auch ein gehöriges Lehrgeld...

Aber Fehler sind ja nunmal da, um gemacht zu werden und um aus ihnen zu lernen.
Und wir entschlossen uns, es noch einmal im kommenden Jahr zu probieren...

Und das mit Erfolg, wie man auf "Open-Air 2001" lesen kann...