Unser 2. Open Air 2001 - Es konnte nur besser werden.

Unser erstes Open-Air war nun gelaufen - einen Haufen Kohlen hatten wir in den Sand gesetzt und mindestens 284 gute Vorsätze für´s nächste Jahr gefasst. Denn eines war uns absolut klar: Wenn der nächtse Versuch nochmals so in die Hose geht, sind wir Pleite...

Aber mit unseren neuen Ideen und den guten Vorschlägen und Anregungen, den berechtigten Kritiken und so weiter, sollte "Alles" anders werden. Tja, wir stellten unser Konzept für 2001 geringfügig um - obwohl, kann man geringfügig dazu sagen??? Ich denke fast "komplett" trifft die Sache etwas besser. Denn bis auf die Tatsache, dass es wieder 2 Bierstände geben sollte und wir auf dem Schulhof bleiben wollten, änderte sich eigentlich Alles.

Aber die Hauptsache ist wohl darin zu sehen, daß wir uns von dem Projekt "Disco" verabschiedeten und uns der Abteilung "Live-Musik" zuwandten. Nebenbei verpassten wir dem Projekt noch den Untertitel: "Tanzveranstaltung für Jung & Alt", welcher das neue Grundprinzip unseres Projektes wiederspiegelt: Eine gemütliche Tanzveranstaltung für jede Altergruppe.

Aus sollte werden ...

Aber darin lag eines der größten Probleme für uns - denn für Live-Musik braucht man eine Band. Und eine gute Live-Band zu unseren Konditionen zu bekommen, war gar nicht so einfach. Wir wurden aber dann fündig und hatten eine Absprache mit einer Band getroffen. Diese Absprache sollte, nachdem wir uns einig waren, auch schriftlich fixiert werden, was sich dann aber schwieriger gestalltete, als erwartet.

Wir wurden immer wieder von der Band vertröstet in Sachen Vertrag - mal war der Zuständige im Urlaub, mal war wohl der Brief verloren gegangen und so zögerte sich die Sache hinaus, bis kurz vor den Veranstaltungstag...

Wir hatten inzwischen alles nötige organisiert - alles Genehmigungen beisammen - wie wild Werbung gemacht und so weiter... Alles war soweit in Butter und der große Tag rückte näher. Der 07.07. sollte der Stichtag für uns sein - Morgens um 08:00 traf man sich zum Aufbau und man konnte genau sehen, daß der vorherige Abend (eine nette Garten-Party bei Ex-Jungschützenmeister André L.) dem ein und auch dem anderen Jungschützen (eigentlich Allen) noch mächtig in den Knochen saß...

Los ging es dann gegen 08:45, nachdem Alle eingetrudelt waren und der ein oder andere Mitarbeiter noch ein kurzes Frühstück eingefahren hatte, mit dem Aufbau des Bierpavillons und des Aufstellen des Bierwagen. Und hierbei traf uns wieder mal der Schlag. Unser Getränkelieferant hatte den Wagen extra bei seinem Großhändler geliehen, nur auch er hatte nicht damit gerechnet, daß der Wagen wohl seit Mitte der 80er Jahre nicht mehr benutzt worden war. Zumindestens sah er im Inneren so aus... Also erstmal ran und den Karren auf Vordermann gebracht. Während sich 2 bis 3 Leutchen damit beschäftigten, kümmerten sich die Anderen um die Reinigung des Geländes. Es sah auch so aus, als ob es recht schnell gehen würde, nachdem wir uns noch kurzfristig eine kleine Kehrmaschine besorgt hatten. Allerdings hatten wir nicht die 2 Stunden mit einkalkuliert, welche wir brauchten um das Gerät vom Anhänger zu holen. In der Zeit hätten wir den Schulhof auch von Hand gefegt gehabt...

Die Maschine in Aktion

Käthe kehrt schonmal von Hand

Christian sucht nach Arbeit...

André bringt die Pavillons vorbei

Steffi und die Hand-Kehrmaschine

Nachdem dann alles gekehrt war und die Kehrmaschine ihren Weg zurück auf den Hänger gefunden hatte, füllte sich der Schulhof langsam und man konnte erkennen, was hier passieren sollte. Pavillons wurden aufgestellt, ein Großraumzelt kam dazu, Stehtische wurden postiert und so weiter... Die Aufbauarbeiten dauerten bis in den Nachmittag hinein.


Aber auch trotz allem Stress und aller Arbeit, Zeit für etwas Spaß musste natürlich auch sein... Während Jennes und Gunnar sich in der Disziplin "Sackkarren-Rennen" für Anfänger übten, testete der Bim mal die Freundlichkeit des Zapfpersonals. Aber da für die Mitarbeiter ein Alkohol-Verbot galt, hatte er da recht geringe Chancen...

Jennes und Gunnar beim Sackkarren-Rennen


Nachdem der Aufbau soweit erstmal abgeschlossen war, gönnte man sich erstmal eine Stärkung in Form von Pizza. Doch noch während der Mahlzeit kam für uns mal wieder ein Rückschlag. Der "Häuptling" unserer Band tauchte auf dem Gelände auf und erklärte uns, daß eine andere Band spielen werde. Er sei in ärztlicher Behandlung und könne unmöglich den Auftritt machen. Mein Gott, was waren wir naiv, oder vielleicht auch nur erleichert, daß überhaupt jemand auftauchte, da (wie oben erwähnt) man uns in Sachen Vertrag ja irgendwie immer vertröstet und hingehalten hatte. Nunja, im nach hinein erfuhren wir, daß unsere "Erst-"Band für den Abend wohl ein lukrativeres Angebot bekommen hatte. Was im nachinein natürlich auch die ganzen Ausflüchte in Sachen Vertrag erklärt.

Jedenfalls lief gegen 17:30 unsere "Zweit-"Band auf dem Gelände ein. Ich muß zugeben, ich konnte mir nicht mal wirklich den Namen der Band merken, aber ich bin der Meinung es war die "Rondo-Band". Könnte aber auch anders gewesen sein - der Ansprechpartner der Band hieß jedenfalls Rudi.

Um 18:00 Uhr war die Anlage in Position und Betriebsbereit für einen Soundcheck. Und wie so ein Soundcheck nunmal ist, erschallten immer wieder einzelne Instrumente, kurze Gesangspassagen und wieder Instrumente. Bis die Anlage für die Örtlichkeiten korrekt eingestellt war. Der Soundcheck war eigentlich schon beendet, als der Dorfpfarrer auf die Band zustiefelte, sich in seiner ganzen Größe vor Ihnen aufbaute und in seiner bekannt liebenswürden Art um Ruhe für die Abendmesse bat. Er könne in der Kirche sein eigenes Wort nicht verstehen und es müsse sofort Ruhe herrschen.

Irgendwie komisch - man hätte fast den Eindruck haben können, die Band hat ihn nicht ernst genommen, denn kaum hatte er seine "Ansprache" beendet und sich umgedreht begannen die Augen des Drummers zu funkeln und er begleitete den gekonnten Abgang des Pfaffers mit einem dezent heftigen Drum-Solo. Und komischer Weise hatten die Musiker wohl plötzlich das unwiederstehliche Bedürfnis, den Soundcheck zu wiederholen... allerdings in annähernd doppelter Lautstärke...

Um 19:00 Uhr war es dann soweit, die Tore öffneten sich und die Menschenmassen sollten eingelassen werden. Und in diesem Jahr gab es Menschenmassen - zumindestens im Vergleich zum Vorjahr.

Die ("Rondo"-???) Band beim Soundcheck


Nur Schade, daß von dem Abend an sich keine Bilder existieren. Irgendwie waren alle so beschäftigt, daß niemand dran dachte, mal ein Foto zu machen. Auf jeden Fall war es aber eine Veranstaltung, die sich gelohnt hat. Es gab zwar wieder einige Dinge, die wir gelernt haben und welche deutlichen Verbesserungen bedürfen, aber das Konzept an sich scheint schon ganz gut gewesen zu sein.

Und vor allem der Dorf-Pizzabäcker dürfte von unserem Konzept begeistert gewesen sein, denn leider hatte es in dem Jahr nicht funktioniert eine "Fressbude" zu organisieren und somit stillten die Besucher ihren Hunger in der Dorf-Pizzeria... Was soll man sagen, aber ich glaube mich zu erinnern, dass der Laden anschließend 6 Wochen wegen Weltreise (oder so ähnlich) geschlossen hatte...

Und am 27.07.2002 um 19:00 Uhr ist es wieder soweit - das Open-Air auf dem Borther Schulhof wird wieder seine Pforten öffnen und einen Abend das Dorfleben bereichern...